Patrio–was? Vom Wunsch nach Heimat

12. September 2011

 

Überall gehen derzeit die Bilder des 9. Septembers 2001 durch die Medien. Und überall auf diesen Bildern sieht man amerikanische Flaggen: Große Flaggen, ausgebreitet über Trümmer, kleine Fähnchen, die die Menschen in der Hand halten, während sie miteinander weinen.

Mir kommen bei diesen Bildern die Tränen, ich habe einen Kloß im Hals und muss schlucken: Nicht nur, wegen der unvorstellbaren Grausamkeit dieser Anschläge, die tiefes Leid über tausende von Menschen gebracht haben.

Sondern ein wenig auch aus Traurigkeit und Sehnsucht: Sehnsucht nach einer Heimat.

Das Gefühl ist nicht neu. Pünktlich zu jeder Fußball WM kommt es auf, wenn ich da die Italiener sehe, die, Hand auf dem Herzen, Augen zu, ihre Nationalhymne schmettern, als gäbe es nichts Wichtigeres. Und dann die Deutsche Mannschafft: Wer sich traut, bewegt die Lippen und tut wenigstens so. Daher wahrscheinlich das Wort Lippenbekenntnis…

Und dann verfluche ich ihn wieder, diesen Kerl mit Seitenscheitel und Schnauzer. Den, der nicht nur Millionen unschuldiger Menschen umbrachte, sondern ebenso Millionen, die danach kamen, ihrer Heimat beraubte. Auch mich.

Denn ich habe keine Heimat. Nicht so, wie ich es mir wünsche. Ich kann nicht sagen: “Ich bin deutsch und stolz darauf!” Es folgt sofort der Drang, mich zu erklären, zu entschuldigen.

Ich habe keinerlei emotionale Bindung an dieses Land. Und das FEHLT mir. Ich möchte auch irgendwo hin gehören. Ich möchte ZU HAUSE sein, möchte die Hand aufs Herz legen und wissen, dass ich mit Freuden für dieses Land – MEIN Land – einstehen, kämpfen, vielleicht sterben würde.

Stattdessen habe ich das Gefühl, dass Deutschland mich nichts angeht. Und auch sonst niemanden. Es ist nicht UNSER Land, es ist nur das Land, in dem wir alle zufällig wohnen.

Längst habe ich innerlich Ersatz gefunden – jedes Mal, wenn ich die Worte höre “Oh Canada, our home and native Land”, fange ich an zu heulen. Die kanadische Nationalhymne berührt mich bis ins Innerste.

“Einigkeit und Recht und Freiheit” – ja, und? Lässt mich kalt.

Kalt ist es auch im Land. Eine Kälte, die wohl nicht zuletzt daher rührt, dass die Deutschen immer noch unter dem Schock der Ereignisse von vor 50 Jahren stehen. Jeder Nationalstolz wird dadurch im Keim erstickt und wir bleiben alleine und heimatlos zurück.

Dabei wünsche ich mir nichts so sehr, wie einen Staat, auf den ich stolz sein kann, eine Nation, die meine Loyalität will, eine Bevölkerung, die sich gegenseitig Halt und Hilfe bietet, aus dem einen Grund: Weil sie dem gleichen Land angehört.

Ein Hoch auf die Amerikaner: Es ist nicht alles gut dort drüben bei Euch hinterm großen Teich. Aber bei allem Leid und allem Übel: Ihr habt Euch.

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Die Redaktion–Anmeldung mit Hindernissen

11. August 2011

 

Was so eine hoffnungsvolle angehende Journalistin ist, die sucht natürlich auch nach neuen Absatzmärkten für ihr Geschreibsel. Tante Google brachte mich auf Die Redaktion.

Natürlich ist man solchen Angeboten gegenüber immer sehr skeptisch, aber anschauen kann man es sich ja mal – zumal die mit dem DJV kooperieren. Auch das Kleingedruckte sagt, dass die Nutzung bis Ende des Jahres kostenlos sei.

Desrum dachte ich: “Guckste Dir den Spaß mal an!”

Und dann gings los:

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Okay, nachvollziehbar. Das kann man ja schnell ändern! Smiley

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Oh – hoppla? Neuer Versuch! Enttäuschtes Smiley

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Erzürnt

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!!! Krankes Smiley

Dann endlich war ich drin. Es kam die Bestätigungsmail, ich klickte auf den Bestätigungslink, der Zugang wurde bestätigt, ein Klick auf das LogIn Feld, die Daten eingegeben … und es erschien:

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AAAARRRRRGGGGHHHH! Weinendes Smiley

Also versuchen wir es eben mit einem NEUEN Passwort…

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Auch diese Mail kam brav in mein Postfach geflattert. Ein Klick auf den Link brachte dann folgendes Bild:

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Alien

Fünf Minuten später war ich drin. Und fand einen ganz wichtigen Button, der auch auf Anhieb funktioniert hat:

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Liebe Redaktion, vielleicht hättet Ihr nicht Loriot als Manager für Unternehmenskommunikation und neue Medien einstellen sollen.  Ich glaube, ich verkaufe meine Texte doch lieber woanders!

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Ich liebe den Sommer

3. Mai 2011

 

Aus “aktuellem Anlass” habe ich einen älteren Text mal wieder vorgekramt…

 

Ich liebe den Sommer!

Man macht sich zu Hause fertig, duscht, verbraucht eine Packung Deo-Tücher und ne halbe Flasche Sprühdeo, achtet beim Anziehen darauf, etwas zu wählen, dessen Stoffmenge sich umgekehrt proportional zur Außentemperatur verhält, verlässt das Haus, geht die 300m zur U-Bahn – und wünscht sich zurück in die Dusche.

Ich liebe den Sommer.

Im Bus herrschen um die 40 Grad. Mittelalte Männer mit durchhängenden Muskel-Shirts, die maximal durch die seitlich herauswuchernde Brustbehaarung ausgefüllt werden, erklimmen keuchend die Treppe zum Oberdeck. So kann man sie wenigstens auch von unten bewundern: Sandalen, Tennissocken und etwas nördlicher eine kurze Treckinghose Marke „Man, bin ich jung geblieben“ mit feucht geschwitzter Arschritze.

Ich LIEBE den Sommer.

Muttis in viel zu engen hauchdünnen Chiffonkleidchen mit quengeligen Kindern, böse guckend, weil ihre Männer nichts besseres zu tun haben, als ihren durch die Hitze eh schon stark angegriffenen Kreislauf weiter zu belasten, indem sie mir in den der Temperatur angepassten Ausschnitt starren. Dabei gehen sie so dezent vor, dass ich so gerade noch durch einen Satz nach hinten den ihrer Stirn entperlenden Schweißtröpfchen entgehen kann.

Ich LIEBE den Sommer!!!

Ich werde mich beschweren. Wo ist das Amt für Wetterangelegenheiten? Die sollen SOFORT die Heizung wieder runterdrehen. Die Sonne etwas kühler scheinen lassen. Einen leichten Wind veranlassen. Oder wenigstens Sandalen mit Tennissocken verbieten…

 

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Lady Talk – mit einem dreifach donnernden…

7. Februar 2011

 

Vorab: Ich komm zwar gebürtig aus NRW, dem Hochsauerland, um genau zu sein; habe aber die letzten 14 Jahre in Berlin gelebt. Und die Berliner sind nicht eben für ihren überschäumenden Karneval bekannt.

Jetzt sitze ich quasi an der Quelle; und das nicht nur räumlich, sondern auch beruflich. Es scheint, als wollten die Verantwortlichen bei der WZ dafür sorgen, dass ich in vier Wochen alles nachhole, was ich in 14 Jahren verpasst habe, und so finde ich mich jedes Wochenende auf irgendwelchen Prunksitzungen wieder. Und staune…

Stichwort: Englischer Humor. Stellen sie sich vor, sie gehen abends in London in ein Theater. Das Publikum besteht überwiegend aus korrekt graukariert gekleideten Herren mit grauem Hut, grauer Aktentasche und grauem Schirm. Alle haben den gleichen würdevollen Gesichtsausdruck und lassen sich im Alltag selbst beim Anblick ihres soeben von einer Gasexplosion komplett zerstörten Hauses kaum zu einem "Oh my goodness" hinreißen.

Diese graugekleideten Herren nehmen im Theater Platz, der Vorhang hebt sich und auf der Bühne erscheinen korrekt graukariert gekleidete Herren mit grauem Hut, grauer Aktentasche und grauem Schirm. Und durchs Publikum geht ein Lachsturm. Die Leute schreien, klatschen und johlen. Graue Hüte wirbeln durch die Luft. Einige zerreißen vor Begeisterung ihre Aktentasche.

Und der geneigte Westfale sitzt im Saal und denkt sich: HÄ?????

So geht’s mir bei den meisten Karnevalssitzungen!!

Da hocken Leute, die meist maximal mit Gardeuniform und Narrenkappe verkleidet sind, viele auch in Jeans und T-Shirt. Vorn steht jemand und gibt wahlweise Reime von sich, die ich, sorry, im Alter von fünf schon besser hinbekommen hätte; oder aber er erzählt aneinandergereiht alle Witze, die jeder schon ungefähr dreimillionen Mal gehört hat. Nicht nur ich – die Nachbarn bewegen die Lippen leise zu den Worten der Pointe mit; und wenn die Pointe durch ist, dann tobt ein Lachsturm durch den Saal, die Narrenkappen beben, die Männer hauen sich auf die Schenkel, die Frauen tupfen sich die Augen trocken, die Kapelle macht "Tätää tätää tätääääää" – und ich sitze im Saal und denke mir: HÄ?????

Ich war schon so weit, mir zu sagen: Naja, den Karneval – das hat man, oder man hat es nicht! Ich habs wohl nicht!

Und dann letzten Samstag.

Nein, ich muss weiter ausholen: Am Freitag fragte mich jemand, ob ich nicht Lust hätte, am Samstag einen Multicache zu suchen, im Rahmen einer kleinen Wanderung. Nur 16 km.

In einem Anflug geistiger Umnachtung sagte ich zu.

Zehn Minuten später stand ich im Badezimmer vor dem Spiegel und zeigte mir selbst heftig einen Vogel. "Sag mal – SPINNST DU?? Du bist über den Winter fett geworden, hast Deinen Sport vernachlässigt, bist kaum mal drei Kilometer am Stück gelaufen – und jetzt 16km??"

Half alles nix – zugesagt ist zugesagt. Also schnürte ich am nächsten Tag meine Wanderschuhe und schleppte mich 16 km durch den bergigen Wald rund um Solingen. Ich weiß nicht, wer Abends mehr kaputt war – ich, oder der Hund!

Nur leider konnte der Hund sich in ihr Körbchen verkriechen – ich durfte noch, man ahnt es schon, zur nächsten Karnevalsveranstaltung. Meine Laune war entsprechend.

Der Karnevalsball in Homberg, ausgerichtet vom Homberger Feetz, stand auf dem Programm. "Eine halbe Stunde", schwor ich mir. "Ich schnapp mir ein Programm, rede mit zwei Leuten und dann nichts wie nach Hause!"

Ich kam dort an und schleppte meine schmerzenden Knochen die Wendeltreppe hoch in den Luthersaal. Das Gebäude war über drei Etagen mit Luftschlangen, bunten Ballons und Konfetti geschmückt. Während sich unten die Funkenmariechen fertig machten für ihren Auftritt, wurde die Musik immer lauter, je höher ich die Wendeltreppe stieg. Die Tür zum Saal öffnete sich; und es folgte die erste große und sehr angenehme Überraschung: Die Luft war zwar warm und stickig, aber es fehlten die sonst alles beherrschenden Qualmwolken – der Karneval vom KG Homberger Feetz ist rauchfrei. Klaglos gingen Bär, Pirat und Bauchtänzerin vor die Tür zum rauchen. Ach, das geht auch???

Und das war auch die zweite sehr angenehme Überraschung: Unter den Gästen war nicht einer, der unverkleidet war. Da tummelten sich Seeleute, Clowns, Hexen, Vampire und Roboter. Aus dem zu schließen, was hier an Cowboyhüten zu sehen war, gibt’s in Texas zur Zeit keinen einzigen Cowboy mehr. Und die Stimmung war – unbeschreiblich.

Vielleicht lag es an dem mangelnden Qualm, dass die Gäste so fröhliche, kräftige und unzerkratzte Stimmen hatten. Jedenfalls wurde geschunkelt, gesungen, gepfiffen, gejohlt und geklatscht. Von der etwas steifen Fröhlichkeit, die vielen Karnevalssitzungen eigen ist, gab es hier keine Spur – es wurde gefeiert. So richtig.

Statt dröger Uraltwitze gab’s gerade Bauchredner Fred van Halen mit seinem mannsgroßen Emu "Aky" auf der Bühne – ich hab in drei Minuten mehr gelacht, als in den vorangegangenen Sitzungen zusammen. Danach kam das Abendessen und dann ein Tanzpäuschen. Denn beim Homberger Karnevalsball wird eben nicht nur konsumiert, sondern das Publikum darf zu Musik von DJ Gerd Dörner auch selbst das Tanzbein schwingen. Was es auch ausgiebig tut – auf der Tanzfläche, im Gang, zwischen den Stuhlreihen. Eng ist gemütlich!

Wen es noch auf seinem Sitz hielt, für den gab es dann bei Entertainer Ingo Ingwersen kein Halten mehr. Er nahm sein Publikum mit auf eine Weltreise durch die Karnevalsmusik; und spätestens bei "Joana (Du geile Sau!)" standen die Ersten auf den Stühlen. Fast wurde dem Künstler bange auf der Bühne, so außer Rand und Band gerieten die Gäste: "Liebe Leute, ich muss Euch erst mal wieder ein bisschen runter bringen!" Mit viel Schunkeln beruhigten sich die Gemüter. Und ich – ich schunkelte von ganzem Herzen mit und schämte mich ein bisschen, dass ich als Einzige im ganzen Saal in Jeans und Pulli da stand!

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Während im Saal getanzt, gehopst, laut mitgesungen und geklatscht wurde, musste das Prinzenpaar draußen warten, bis ein spaßtrunkener Mob bereit war, es zu empfangen.

Was soll ich sagen – ich blieb nicht eine halbe Stunde, ich blieb fast bis Mitternacht. Ich habe getanzt, trotz schmerzender Knochen, mich prächtig amüsiert, geschunkelt, gelacht, gejohlt und mich zum erstenmal bei einem donnernden, von Herzen kommenden "Helau!" erwischt.

Ich hätte mir nur gewünscht, einen Partner zum Diskofox Tanzen zu haben, aber ohne Kostüm war ich zu schüchtern zum Suchen.

Karneval ist Langweilig? Mag sein – aber nicht in Homberg!

Deshalb verabschiede ich mich heute mit einem dreifach donnernden

Homberg: Helau!

Homberger Feetz: Helau!

Karnevallsball in der Lutherhalle: Helau!

Mag sein, dass ich noch viele eher dröge Sitzungen über mich ergehen lassen muss, aber ich hoffe sehr, dass ich nächstes Jahr in der Lutherhalle wieder dabei sein darf – und dann im Kostüm, ich schwöre!

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Liebe Grüße

Die Lady

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Die hohen Masten und der schlanke Bug – wenn versucht wird, auf den Schultern von Tradition Politik zu machen

22. Januar 2011

 

Ich mal wieder. Diesmal ganz ungewöhnlich politisch.

Nicht, dass mich Politik nicht interessiert – aber normalerweise finde ich, es wird sowieso überall zu viel geschrieben. Wem hilft es, wenn ich auch noch senfe?

Hier ist es anders. Hier geht es um mich persönlich, mein Blut, meine Gefühle, meine Geschichte, meine Sehnsucht. Es geht um die “Gorch Fock”, Segelschulschiff der deutschen Marine und Botschafter Deutschlands auf den Meeren.

Und darum, wie jetzt versucht wird, auf dem Rücken dieses Schiffes Politik zu machen.

Was ich mit der Gorch Fock zu tun habe? Mein Vater ist als Schiffszimmermann auf der Gorch Fock zur See gefahren. Bis heute hat er, ein gestandener Mann, Tränen in den Augen, wenn er Bilder der Dreimasters sieht, wie er unter vollen Segeln im Wind liegt.

Inzwischen hat er dank des Internets einige alte Kameraden wieder getroffen, die alle diese Empfindungen teilen.

Die Gorch Fock ist mehr, als nur ein Schiff. Sie ist eine Institution, ein Ort vieler Träume und Sehnsüchte, voller Erinnerungen. Ich spüre selbst den Ruf, auch ich habe Wasser in den Augen, wenn ich Videos dieses Schiffes sehe. Seefahrerblut…

Und jetzt? Jetzt ist eine junge Matrosin abgestürzt und gestorben. Das ist tragisch.

ABER Unfälle passieren eben.

Und als sich danach andere Besatzungsmitglieder weigerten, aufzuentern, da sagte man ihnen freundlich, sie möchten doch ihren Arsch da hoch bewegen, oder sie würden am nächsten Tag nach Hause fliegen.

Jetzt auf einmal ist von unmenschlichen Ausbildungsmethoden die Rede, von Drangsalierung, von Unterdrückung.

Herr im Himmel, soll ich jetzt nachträglich meinen Reitlehrer anzeigen? Den, der mich damals nach einem bösen Sturz von der Bande kratze, sich vergewisserte, ob noch alles dran ist, und meine gemurmelte Weigerung, nochmal auf dieses Teufelspferd aufzusitzen mit einem schneidenden “Meine Dame, ich sage Dir eins: Wenn Du JETZT nicht wieder aufsteigst, sorge ich dafür, dass Du NIE WIEDER auf ein Pferd dieses Stalles steigst!” beendete?

Ich bin wieder aufgestiegen. Zähneknirschend. Aber doch.

Wer hat eigentlich behauptet, in der Marine, generell in der Bundeswehr, dürfte immer nur Kuschelkurs herrschen? Auf was werden die Soldatinnen und Soldaten da eigentlich vorbereitet? Auf einen Kindergeburtstag? Braucht Deutschland ein Heer von Feiglingen, die sehen, wie ein Schuss fällt und dann auf dem Absatz kehrt machen, weil sie sich in die Hosen scheißen, während Vorgesetzte mit salbungsvollen Worten versuchen, sie vom Gegenteil zu überzeugen?

Halloooo? Das ist doch kein Karnevalsverein? Himmel Arsch und Zwirn, es wurden jahrzehntelang Kadetten angebrüllt und niedergemacht – und fast jeder, den man fragt, versichert im Nachhinein, dass diese Zeit mit die beste seines Lebens war! (Ich spreche hier nicht von Ausnahmen, die wirklich niedergemacht und malträtiert wurden – dass sowas nicht geht steht außer Frage.)

Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass sich auch die alten Herren Generäle und Feldwebel und wie sie nicht heißen daran gewöhnen, dass auch Untergebene mit Respekt zu behandeln sind. Aber das Militär, egal, in welcher Branche, sollte doch bitte nicht zur Waldorfschule verkommen! Ich sehe den Kampf vor mir, rechts und links pfeifen die Kugeln, der Feind rückt näher und der Befehlshaber spricht: “Also gut Jungs, ich erkläre Euch jetzt nochmal genau, warum ich diesen Befehl für richtig halte; und dann stimmt ihr darüber ab, ob ihr ihn durchführt, ja?”

Jetzt ist eine junge Matrosin tot. Und um einen Schuldigen für diesen Tod zu finden, wird nun Politik gemacht. Der Käpt’n wird gefeuert. Und ein Schiff, das seit unzähligen Jahren als Botschafter Deutschlands die Weltmeere befährt, wird “an die Kette gelegt”, wie eine Zeitung mit vier großen Buchstaben so schön schreibt. Aktionismus, damit auch jeder sieht: Papa Guttenberg kümmert sich.

Man kann Dinge auch zu Tode kümmern. Traditionen zu Tode reglementieren. Und einfach nur etwas zerstören, was im Herzen vieler Menschen heilige Gefühle auslöst.

Lasst sie doch fahren, die alte Dame der Großsegler. Lasst ihr ihre Majestät und lasst die Jungs und Mädels auf dem Schiff in Ruhe. Die werden schon überleben – auch ohne Samthandschuhe.

Betrauert das Mädchen und lasst sie ruhen – lasst nicht zu, dass die Suche nach einem Schuldigen darin endet, die Gorch Fock zu verurteilen, an der noch so viele Herzen und Seelen in Sehnsucht und Treue hängen, weil sie auf ihr die schönste Zeit ihres Lebens verbracht haben!

gorch-fock

 

“Stets hat der Wunsch uns getrieben

                   hoch vom Mast weit auf die See hinaus zu sehn!”

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Schlangenbeschwören und T5 Cachen – ein ausgefülltes Weihnachtsfest!

28. Dezember 2010

 

Es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass diese Lady eine ausgewachsene Rudelphobie hat. Weniger bekannt ist, WOHER selbige kommt.

Ich sach nur: Ich hab drei kleine Schwestern!!

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Familie. Sie sind mir alle lieb und teuer. Jeder für sich. Aber bitte nicht alle auf einmal! Zwinkerndes Smiley

Weihnachten mit der Familie wird von vielen als DIE Art gesehen, Weihnachten zu feiern. Endlich sind mal wieder alle beisammen… für mich ist das die absolute Horrorvorstellung! Es ist laut, voll, eng, die Kinder ärgern den Hund und irgendwer streitet sich immer.

Dieses Weihnachtsfest musste ich leeeeider arbeiten und konnte also nicht an dem familiären Weihnachtsfest teilhaben. Zu schade. Cooles Smiley

Los ging der Tag am Samstag mit einem Interviewtermin beim derzeit in Ratingen gastierenden “Circus Atlantik”.

Ich gestehe, ich hatte ein wenig meine Zweifel – so Minizirkusse zeichnen sich ja oft dadurch aus, dass bei ihnen nicht viel glänzt, außer die Eingangsbeleuchtung…

Aber andererseits hat mich das Thema Zirkus schon immer fasziniert. Wie ist es wohl, immer unterwegs zu sein?

Eins meiner Lieblingsbücher ist “Trapez” von Marion Zimmer-Bradley. Eine wunderbare Geschichte über eine Zirkusfamilie in Amerika (und eine schwule Liebesgeschichte). Ganz toll. Smiley

Mit Lesly Köllner unterhielt ich mich über das Thema: “Wie ist es, im Zirkus zu leben?”; das Ergebnis gibts unter anderem hier.

Aber mein persönliches Highlight kam dann noch – in Form von Paula. Paula ist eine Python; und diese Lady hat zwar eine ausgewachsene Rudelphobie, dafür aber eine absolute Leidenschaft für Schlangen! Damit war der Tag für mich gleich schon mal gerettet! Smiley

Paula

Paula II

Vielen Dank an der Stelle an unseren WZ Fotografen Stefan, der mich geknipst und mir die Bilder überlassen hat!! Smiley

Nachmittags war dann die Vorstellung; und ich gestehe, ich war wirklich gespannt: Was würde ein so kleiner Zirkus wohl leisten?

Beim Eintritt ins Zelt bekam ich erst mal kräftig schlechte Laune: Die “Loge” bestand aus Holzstühlen, die im Kreis um die Minimanege aufgestellt und mit hauchdünnem roten Stoff bezogen worden waren. Alles sehr wackelig auf dem mit Sägespänen bestreuten Boden. Alles machte einen eher verranzten und kaputten Eindruck. Die Bänke waren zerkratzt, die Bande dreckig und da das Zelt schon eine Weile stand, hatten die Stühle zu allem Überfluss auch noch die Chance gehabt, einmal kräftig durchzufrosten – da half selbst mein dicker Hintern nicht, binnen kürzester Zeit war mir an sensibler Stelle einfach nur scheiße kalt! Trauriges Smiley

Na super – genau SO hatte ich mir das vorgestellt! Trauriges Smiley

Dann hieß es “Manege frei”, der Vorhang ging auf, und was dann folgte – war eine der gottverdammt besten Freiheitsdressuren mit Pferden, die ich überhaupt je gesehen habe.

Ich gestehe, mir kamen die Tränen. Da ist dieses kleine, abgewrackte Zelt mit den kalten Stühlen und der dreckigen Bande. Und dann kommen da gut gepflegte, temperamentvolle Pferde rein, denen es offensichtlich nicht nur richtig gut geht, sondern die mit soviel Spaß und auch Liebe zu ihrem Dompteur bei der Sache sind… ich musste verdammt schlucken, um den Kloß in der Kehle wieder los zu werden!

Und auch der Rest des Programms hat absolut überrascht. Die 13-jährige Janina ist ein Talent, wie man es wohl selten findet – ich habe schon in deutlich größeren Zirkussen deutlich schlechtere Artistinnen gesehen!

Und auch Lesly Köllner hat mich schwer beeindruckt – vor allem mit ihrem Aufstieg am Vertikalseil. Da schlug mein T5 Herz gleich höher – wer braucht Croll, Ascension und Pantin?? Smiley mit geöffnetem Mund 

Aber das Highlight waren definitiv die Tierdressuren. Ob Pferde, Kamele, Ponies oder Hunde – alles war so toll und vor allem liebevoll gemacht, dass ich darüber das schäbige Umfeld komplett vergessen hatte!

In der Pause gabs dann noch einen weiteren Höhepunkt für mich: Kamelreiten! Smiley mit geöffnetem Mund

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Ich habe schon auf Pferden, Eseln und Elefanten gesessen – aber das war meine Kamelpremiere! Smiley Und das Absteigen erwies sich als gar nicht so einfach: “Einfach das Bein hinten rüber, wie beim Pferd!” rief man mir zu. Ähm…. aber…. da ist ein HÖCKER!!! Enttäuschtes Smiley Irgendwie gings dann doch. Witzig!! Smiley Smiley Smiley

Jetzt sollte man meinen, das war doch ein toller Tag; ab nach Hause und ins Bett.

Aber nein – ich war ja noch zum T5 Cachen verabredet!

Der "XL" sollte es sein; und ich gestehe: Ich habe schmarotzt, was den D Teil angeht. Hoffnung und gollum hatten das Rätsel bereits gelöst.

Also hieß es: Geraffel ins Auto und ab in die -12°C kalte Winternacht!

Vor Ort war die Straße dann nicht nur wenig, sondern gar nicht geräumt; und wir mussten erst mal einen Parkplatz freischaufeln. Dann gings durch hüfthohe Schneewehen in Richtung Station 1. Ich darf für den restlichen Ablauf einfach mal mein Log zitieren:

Man man man, was ein Cache. Nachdem ich wochenlang im Alleingang das Rätsel gelöst hatte …. *poink* … oh… autsch …. jetzt ist meine Nase doch glatt an den Monitor gestoßen…. also nochmal:

Nachdem mich Sven fragte, ob ich Lust habe, ganz unverschämt zu schmarotzen und einen bereits gelösten 5/5er mit abzuholen, konnte ich natürlich nicht nein sagen.

Vor Ort wurde dann erst mal ein Parkplatz für das Auto freigeschaufelt – danach war uns wenigstens warm. Die Gletscherexpedition zog los, nachts um elf, im Dunkeln, bei minus zwölf Grad Celsius.

Nachdem wir uns stundenlang durch hüfthohe Schneeverwehungen gewühlt und diverse Expeditionsteilnehmer aus der einen oder anderen Gletscherspalte gefischt hatten, tauchte im inzwischen nebelverhangenen Winterwald (ich halte es für ein Gerücht, dass das so war, weil die Männer in ihren Schlatzen schon so dampften…) endlich der magische Turm auf.

Das Turmfundament war ganz schön mitgenommen, es hatte wohl schon der eine oder andere Recke mit dem Grabenungeheuer gekämpft. Der Blick in die Tiefe wurde von liebreicher Lyrik begleitet. Zusammenfassen lassen sich die Ergüsse wohl mit: "WTF??"

Einige Minuten später waren wir bei "WTF!!" angelangt. Dann wurde es urplötzlich hell im Wald. Was Wunder, der magische Turm entpuppte sich als Leuchtturm, und hätten wir mal gleich die Lampe geputzt, würden die Grabenungeheuer noch leben…

So sprachen wir "Arschloch!" in Richtung des nicht anwesenden Owners und begaben uns also in den finalen Erlebnisort. Auch hier kamen wir nicht unbeschadet am Wächter vorbei – er biss große Löcher in die Rüstungen der Männer. Die Lady ließ er zum Glück in Ruhe; und so war ich, obwohl Dame, am Ende die Einzige, die NICHT feucht im Schritt war…

Als die Dose dann erspäht war, fanden wir noch ein paar Kosenamen für den Owner; und dann wurde ein Freiwilliger gesucht. Da nur einer von uns das nötige Equipment eingepackt hatte, war die Wahl nicht sooo schwer …

Zum Abschied biss mir der Wächter doch noch in den Hintern, aber zu dem Zeitpunkt wars schon egal.

Wir wühlten uns durch den Schnee zurück, stellten die gefrorenen Wathosen in die Ecke und gruben den Weg vom Parkplatz frei.

Auf dem Rückweg sorgten wir noch für große Augen bei armen Raststättenangestellten, als wir so in Schlatz und teilweise mit Helm auf einen Kaffee hereinschneiten.

Und jetzt frag ich mich nur: Was erzähl ich meiner Oma, wenn sie mich nächste Woche fragt: "Und, Kind – was hast DU so gemacht am ersten Feiertag??"

Vielen Dank für den Spaß!!!

TFTC!
Lady Allista (#1392)

 

Hinzuzufügen ist noch:

  • Gollum jammerte alsbald nicht etwa seinem Namen gemäß “Mein Schaaatzzzzzzzz”, sondern eher “Mein Schlaaaatzzzzz”.
  • Leute, die ihre eingefrorenen Füße am Gaskocher aufwärmen und dafür barfuß eine Zigarette rauchend im Schnee hocken, sehen sehr lustig aus! Smiley mit geöffnetem Mund
  • Wer sich mit Wathosen durch Felsspalten quetscht, muss sich nicht wundern, wenn er hinterher einen Wassereinbruch verzeichnet
  • Rohre können gar nicht so alt sein, dass sie nicht halten!
  • Wir waren dreckig. Wir waren nass. Wir waren k.o. WAS EIN GEILER CACHE!! Smiley mit geöffnetem Mund

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Liebe Grüße

Die Lady

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Jobangebot für Rechenfüchse

3. Dezember 2010

 

Bunt und vielfältig ist der E-Müll, der tagtäglich in meinem Postfach landet. Dank Spamfilter reicht meist ein Blick, mit dem geprüft wird, ob sich vielleicht Tante Erika mit neuer Mailadresse ins falsche Regal verirrt hat; und schon wird die virtuelle Klospülung gezogen.

Aber was heute in der Spamecke lag, hat mir doch ein herzhaftes Lachen entlockt:

Jobangebot

Endlich ein lohnender Job! Open-mouthed

Dabei dürfte doch eigentlich jedem halbwegs normal begabten Menschen klar sein, dass sich die Legalität dieses Angebotes in etwa auf dem Niveau der … Rechenkünste seines Verfassers bewegt!

   1.Wir überweisen auf dein Bankkonto 6000 Euro .
   2.Nach dem Geldeingang hebst du das Geld ab.
   3.Du hast schon 20% von dem überwiesenen Betrag verdient! – 1000 Euro behältst du für dich.

Na dann fröhliches Schaffen! Open-mouthed

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Zweimal Ja! Ein Hochzeitsevent und das Drumherum

24. Oktober 2010

“Irgendwas geht immer schief!”

Sagte man mir vorher. So richtig glauben mochte ich das nicht, aber da ich viel zu gut Freund mit Murphy bin, wollte ich auch nicht unbedingt widersprechen…

Los gings mit dem Schiefgehen dann am Samstag vor der Hochzeit. Da das versprochene Paket, welches mein Hochzeitskleid enthalten sollte (Und auch den Hochzeitsdress des Herren!), noch immer nicht angekommen war, schickte ich der Schneiderin eine Mail mit der Bitte, mir die Paketnummer zu senden. Die (inzwischen schon leicht genervte) Antwort lautete:

Hallo Kerstin,
mach dir bitte keine Sorgen, wenn es heute nicht angekommen ist kommt es definitiv am Montag. Ich gebe dir aber gerne die Paketnummer. JJD14.10.046 500 718

Ein gab ich Selbige; und dann traf mich fast der Schlag

DHL

Samstag Mittag, am Mittwoch ist die Trauung und mein Kleid ist auf dem Weg zurück nach Waltershausen bei Eisenach. Confused

Eine kurze Rückfrage bei der Schneiderin: “Hast Du auch c/o Schlieper draufgeschrieben??”

Ja, hat sie.

1. Anruf bei DHL, Samstag Abend:

“Oh, wir entschuldigen uns; ich gebe das mit hoher Priorität weiter! Das müsste noch in der Zustellbasis sein,eventuell können Sie es in Ratingen abholen! Sie bekommen einen Rückruf!”

2. Anruf bei DHL, Sonntag Nachmittag:

Systemprobleme, leider keineAuskunft möglich!

3. Anruf bei DHL, eine halbe Stunde später: “Wieso Ratingen, was wollen Sie denn da, das Paket ist doch in Krefeld, da kann es nicht abgeholt werden! Tut uns sehr leid, hohe Priorität, sie bekommen einen Rückruf!”

Montag morgen kam dann tatsächlich ein Rückruf:

“Krefeld hat Samstags zu, das Paket ist auf dem Weg nach Hagen, wir melden uns!”

4. Anruf bei DHL Montag Nachmittag:

“Oh, tut uns leid, ich gebe das weiter mit hoher Priorität, sie bekommen einen Rückruf! Wann? Bitte haben Sie Verständnis, dass ich keine Zeiten nennen kann, wir sind hier nicht direkt mit der bearbeitenden Station verbunden. Wir melden uns!”

In dem Moment wurde mir klar, dass, wenn jetzt kein Wunder passiert, ich vermutlich im Schlafanzug würde heiraten müssen. Also beschloss ich, das Wunder selbst herbei zu führen und rief – bei der BILD Zeitung an!

Eine Reporterin der Düsseldorfer Redaktion erklärte sich auch spontan bereit, uns zu helfen (vielen Dank an Anne an der Stelle!!). Sie kam mit einer Kollegin vorbei, es wurden Notizen gemacht und Fotos geschossen. Schlagzeile: “Post verschlampt Brautkleid – jetzt Hochzeit im Kletterdress!”

Und Anne kontaktierte den Pressesprecher.

Siehe da – auf einmal kam Bewegung in die Sache. Am Nachmittag erhielt ich einen Anruf vom Beschwerdemanagement – man sei auf der Suche nach dem Paket. Leider war es seit Samstag nach wie vor nirgends wieder aufgetaucht! Sad

Der Dienstag verging in traurigem Warten, das Paket blieb verschwunden. Die Erklärung der DHL: “Es habe eben NICHT c/o Schlieper da drauf gestanden, deshalb sei man verpflichtet, es an den Absender zurück zu schicken…”

Dienstag Abend dann ein erneuter Anruf: Falls das Paket zurück nach Waltershausen ginge, könne man es umgehend wieder zustellen, ob mir denn übermorgen reiche?

“Leute – ich heirate morgen um 12! ÜBERMORGEN könnt ihr das Paket in die Tonne schmeißen!!”

Ich ging also Dienstag Abend ins Bett und hatte immer noch kein Hochzeitskleid.

Mittwoch Morgen um 6:30 Uhr riss mich mein Handy aus dem Schlaf.

Hallo, hier ist der Kundenservice der DHL. WIR HABEN IHR PAKET!! Es ist in KREFELD! Wir können es umgehend wieder zustellen, bis 12 sollte das klappen!”

NEIN! Tun Sie mir einen Gefallen – stellen Sie das Paket in ein Büro, stellen sie einen Mitarbeiter daneben, er soll sich draufsetzen und sich NICHT bewegen. Ich bin in 30 Minuten da!!”

Um kurz nach 7 stand ich in Krefeld im Paketlager der DHL und hielt mein Päckchen in den Händen. Party

Und was stand da drauf? Na?

Paket

Da hatte der Postbote wohl Tomaten auf den Augen – oder aber schlicht keine Lust, in den 11. Stock hoch zu fahren!

Naja. Die müssen in der Nacht mit ungefähr 700 Leuten nach dem Paket gesucht haben – da wußte echt JEDER Bescheid, sogar der Pförtner… :D

Aber schon traurig, dass ich nicht mal eine Entschuldigung bekommen habe…

EGAL! Die Hochzeit war gerettet! :)

Um 12 fanden wir uns also am Standesamt ein. Und dort wurden wir – von einem Kamerateam mitsamt Reporterin begrüßt!

Hallo, wir sind von RTL, entschuldigt, dass wir Euch so überfallen, aber wir haben heute morgen die BILD gelesen…”

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Jetzt bekam ich den ersten richtigen Lachanfall seit Tagen. Open-mouthed

Aber was solls – wer A sagt, muss auch B sagen. Also erklärten wir uns bereit, das Reporterteam zur Trauung mit zu nehmen.

Aber dazu sollte es nicht mehr kommen, denn nach einem Anruf verließen die drei fast fluchtartig den Ort des Geschehens – angeblich war in Köln etwas vorgefallen; und sie mussten dringend weg.

Meine Vermutung ist ja eher, dass sie ziemlich enttäuscht waren, dass ich mein Kleid doch noch bekommen hatte. Die Braut im Klettergurt hätte sich wahrscheinlich einfach besser gemacht. Wink

Wie dem auch sei – bei uns wurde jetzt geheiratet! Smile Smile Smile

Braut und Bräutigam Im Kreise der Familie Kurz vorm Ja-Wort Zweimal "Ja!" :)

Danach ging es in die Grillhütte Volkardey, wo noch das Zelt aufgebaut und der Grill angeheizt werden mussten. Während die Trauung nur im kleinen Kreis stattfand, war die Party ja schließlich auch als Event gelistet. (Es haben übrigens immer noch nicht alle geloggt… seht mal zu, damit wir hier dicht machen können! Wink)

Bald tauchten auch die ersten Event Gäste auf; und wie nicht anders zu erwarten, wurden Geschenke nicht einfach so überreicht, sondern mussten erst mal gefunden werden. Open-mouthed

So machten wir uns also auf den Weg, um den extra neu gelegten Cache “Die Braut, die sich traut” zu finden.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für die Mühe und Arbeit, die Ihr uns .. ähm… EUCH gemacht habt!! Wink Tongue out

Bei der Party wurde dann schnell klar, dass wir einen kleinen Denkfehler bei der Organisation gemacht hatten. Wenn man 30 Gäste erwartet, dann ist es NICHT nötig, Bier für 30 Leute, Wein für 30 Leute, Cola für 30 Leute, Wasser für 30 Leute … und so weiter… zu besorgen! Embarrassed

Mit dem, was wir an Essen und Getränken da hatten, hätten wir noch drei andere Hochzeitsgesellschaften locker über den Winter bringen können! Open-mouthed

Aber was solls – schee wars!

Prost!

Bleibt noch zu erwähnen, dass ich so gegen Mitternacht daheim war. Mein frisch angetrauter Ehegatte kam so gegen halb drei nach Hause gewankt, stramm wie 12 Russen… Beer mug

Meine erste Handlung als Ehefrau war also, dem Liebsten am Morgen eine Aspirin und ein Glas Wasser ans Bett zu bringen.

Wenn das mal keine Voraussetzung für eine lange und glückliche Ehe ist… Wink Red heart

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Der gefährlichste Cache meines Lebens

30. August 2010

 

Vergeßt Amygdala.

Heut ging es richtig ans Eingemachte!!

Ich nutzte die morgendliche Gassirunde, um mit Cachehund Kira zum gefährlichsten Cache meines Lebens aufzubrechen.

Schon als ich mich den Startkoordinaten näherte, merkte ich die ersten Veränderungen: Meine vom Schlaf noch verwuschelten Haare legten sich in die ihnen zugedachte Frisur. Der Dreck unter meinen Fingernägeln verschwand. Die Flecken auf meinem Cachepulli lösten sich in Nichts auf. Und der Hund ging plötzlich ohne zu nörgeln bei Fuß.

Der weitere Weg erwies sich als einzige Falle: Von allen Seiten surrten mir kleine Windrädchen einschläfernde Melodien zu; Gartenzwerge standen auf dem mit der Nagelschere in Form gebrachten Rasen und die Augen in ihren pausbäckigen Unschuldsgesichtern glühten glutrot. Unzählige akkurat geschnittene Blumen verströmten ein starkes bewußtseinsveränderndes Mittel und mein schlurfender Cache-Such-Schritt verwandelte sich wie von selbst in einen zackigen Marsch.

Plötzlich schien mir die Vorstellung, Hausfrau und Mutter dreier kleiner Kinder zu sein, als die ultimative Erfüllung des Lebens jeder Frau. Entchen quakten, Hündchen bellten und die startenden Flugzeuge des nahegelegenen Flughafens (eine andere Welt!) malten die Worte "Clerasil" und "Gardinenneu" in die saubere Luft.

Apfelbäume senkten ihre mit Früchten überladenen Äste zu mir herab, mannigfaltige Tontiere zwinkerten mir aus kunstvoll geschnittenen Hecken und Büschen zu. Bänke lockten und versprachen: "Nie wieder T5 Caches!".

Mit letzter Kraft schleppte ich mich in Richtung Grenze, umringt von den Geistern aller Spießbürger dieser Welt, die mir "schlafe, schlafe!" zuriefen und gemeinsam mit Meister Propper versuchten, mich am Verlassen des Viertels zu hindern.

Die Kraft reichte – knapp! Ich zog mich über den Rand des Bannkreises, riß meine Beine aus den Händen der armen Seelen. Ein Schuh blieb zurück, aber ich war FREI! Schluchzend vor Glück stürzte ich mich in die Wildnis, in der der wohlverdiente Schatz wartete: Endlich wieder Brennnesseln! Endlich wieder dreckige Fingernägel! Meinen Durst stillte ich mit ein paar Schlucken aus einer schlammigen Pfütze. Und siehe: Die Flecken auf meinem Cachepulli waren auch wieder da.

Gott sei Dank!

 

gartenzwerg

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BesserCacher – seit langem mal wieder in eigener Sache

19. August 2010

 

Was als Protestaktion aus Verzweiflung geboren wurde, wird langsam aber sicher zu einem ernst zu nehmenden Projekt. :)

Hier mal der Stand der Dinge:

Inzwischen haben wir 220 angemeldete Mitglieder. Es sind 442 Caches von GC gelistet, dazu einige von opencaching und terracaching. Es kommen die ersten Vorschläge aus dem europäischen Ausland – deshalb gibt es die Seite seit gestern auch auf Englisch! :) (Mit herzlichem Dank an Helen, meine liebe Freundin aus Cambridge, die als studierte Linguistin mein hinkendes Kauderwelsch in lesbares Englisch verwandelt hat! :) )

Die zusammengestöpselte XML Datei ist einer anständigen Datenbank gewichen. Und wir haben seit heute das schönste Kontaktformular der Welt!  (Danke an Torsten!!) :D

Ich gestehe: Ich bin stolz. :)

Stolz darauf, daß sich doch so viele Menschen gefunden haben, die mitmachen wollen; stolz darauf, daß das Thema wohl doch wichtig genug ist, oder einfach zur richtigen Zeit kam, um anzukommen. Und ich freue mich über die ständig neuen Vorschläge für die Seite.

Und ich bin dankbar für die viele Hilfe, die ich von meinen “Mitstreitern” erhalten habe und nach wie vor erhalte. Wenn man selbst Zeit in etwas investiert, was einem wichtig ist, dann ist das eine Sache. Aber zu sehen, daß ANDERE Menschen ihre Zeit für meine Sache opfern – das macht mich dankbar und ein bißchen verlegen. Ihr seid die Besten! :)

Aber vor allem merke ich auch, daß BesserCacher.de mir ganz persönlich schon eine Menge gebracht hat! Denn ich gehe ja auch gezielt los und suche Caches, die hier empfohlen wurde – und bislang wurde ich noch kein einziges Mal enttäuscht! Ich hätte so einige Highlights aus meiner “Cache-Karriere” verpaßt, gäbe es diese Seite nicht!

Und so hoffe ich, daß die positive Entwicklung anhält und noch viele weitere, schöne Dosen den Weg zu uns finden.

Im Moment jedenfalls gibt es mir das sehr gute Gefühl, daß die viele Arbeit, die ich hier rein gesteckt habe, sich gelohnt hat! :)

 

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